Carsharing in Bremen: Ein Erfolgsmodell mit Wirkung

Ein Carsharing-Auto ersetzt in Bremen im Schnitt fast 19 Privat-Pkw. Die neue Evaluationsstudie 2025 belegt eindrucksvoll, wie stark Carsharing die Mobilität in der Hansestadt verändert hat und wo noch Potenzial schlummert.

Bremen gilt seit Jahren als Vorreiter beim Carsharing in Deutschland. Die aktuelle Evaluationsstudie 2025, durchgeführt vom Institut Schreier im Auftrag der Stadtgemeinde, zeigt: Das Modell wirkt. Über 28.000 Menschen nutzen inzwischen eines der drei in Bremen aktiven Carsharing-Angebote. Das ist mehr als doppelt so viel wie noch 2018, als rund 12.500 Nutzende gezählt wurden.

 

Weniger Autos, mehr Freiraum

Die verkehrsentlastende Wirkung ist messbar. Nach dem Berechnungsstandard des Bundesverbands Carsharing ersetzt jedes Carsharing-Fahrzeug in Bremen durchschnittlich 18,8 private Pkw. In Haushalten, die Carsharing nutzen, ist der Pkw-Bestand um 60 Prozent geringer als in anderen Haushalten. Die jährliche Fahrleistung dieser Haushalte liegt sogar 65 Prozent unter dem Bremer Durchschnitt. Rund 11.000 Privat-Pkw weniger sind dadurch auf Bremens Straßen unterwegs.

 

Zufriedene Nutzende, starkes Angebot

93 Prozent der befragten Carsharing-Nutzenden sind mit dem Angebot zufrieden oder sehr zufrieden. Besonders geschätzt werden kurze Wege zur nächsten Station, unkomplizierte Buchung und feste Stellplätze. Die sogenannten „mobil.punkte", also öffentliche Carsharing-Stationen im Straßenraum, spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie sind bekannt, gut bewertet und für viele Nutzende unverzichtbar.

 

Freefloating als sinnvolle Ergänzung

Das 2020 eingeführte Freefloating-Angebot „smumo" von cambio wird von rund 25 Prozent der Carsharing-Nutzenden genutzt. Die gewonnene Flexibilität, insbesondere die fehlende Bindung an ein festes Buchungsende und einen festen Abstellort, wird positiv bewertet. Entgegen möglicher Befürchtungen zeigt die Studie keine negativen Effekte auf das Mobilitätsverhalten.

 

Nachhaltig und lokal

Carsharing-Nutzende bewegen sich nicht nur umweltfreundlicher, sondern kaufen auch anders ein. Sie nutzen häufiger lokale Einzelhändler und Wochenmärkte statt großer Einkaufszentren. Das stärkt den Einzelhandel in den Stadtteilen und schafft eine Win-win-Situation für Mobilität und lokale Wirtschaft.

 

Was noch besser werden kann

Die Studie zeigt auch Handlungsbedarf auf. Menschen mit Migrationsgeschichte, ohne akademischen Abschluss oder mit niedrigerem Einkommen sind im Carsharing noch unterrepräsentiert. Weitere Empfehlungen umfassen den Ausbau der mobil.punkte, mehr Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge sowie eine stärkere Einbindung gewerblicher Nutzer, insbesondere von Selbständigen und kleinen Unternehmen.

Die Bremer Evaluation zeigt: Carsharing ist kein Nischenprodukt mehr, sondern ein wirksamer Baustein der städtischen Mobilitätswende. Und Bremen bleibt dabei ein Vorbild für ganz Deutschland.

 

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.