Digitale Mobilitätslösungen für Städte: Ein kompakter Leitfaden
Kommunen stehen heute vor der Aufgabe, Mobilitätsdaten effizient zu nutzen, um bessere Entscheidungen für Verkehr, Planung und Shared-Mobility-Angebote zu treffen. Gleichzeitig existiert eine Vielzahl an Plattformen und Tools, die unterschiedliche Datenquellen, technische Anforderungen und Komplexitätsgrade mitbringen. Dieser Beitrag bietet einen kompakten Überblick über zentrale Datenplattformen, Werkzeuge und Möglichkeiten zur Datenerfassung, damit Kommunen schneller verstehen können, welche Optionen für ihre eigenen Projekte geeignet sind. Anschließend folgt eine strukturierte Link-Übersicht zu allen genannten Quellen.
Datenquellen
Mobilithek
Die Mobilithek ist eine bundesweite Plattform für Mobilitätsdaten. Als Nutzer kann man sowohl eigene Daten bereitstellen als auch Datenangebote herunterladen. In der Mobilithek gibt es sogenannte gebrokerte Datenangebote. Gebrokerte Daten können über Schnittstellen automatisiert aus der Mobilithek bezogen werden. Dafür muss man den Datensatz abonnieren und durch den Datenanbieter freigegeben werden. Alternativ können nicht gebrokerte Datensätze direkt im Browser heruntergeladen werden.
Komplexität:
Der Bezug von Daten aus der Mobilithek erfordert Kenntnisse über den Abruf von Daten über technische Schnittstellen (APIs). Der Editor zum Bereitstellen eigener Datenangebote ist sehr umfangreich und erfordert Kenntnisse über verschiedene Datenmodelle, wie das DATEX II Format.
Links:
Mobilithek: Mobilithek.info - Mobilitätsdaten Deutschland
FAQ: Hilfe - Mobilithek.info - Mobilitätsdaten Deutschland
Mobidrom
Die Mobidrom Datenplattform stellt Mobilitätsdaten aus NRW zur Verfügung. Der Import und Export von Daten ist dabei einfacher gestaltet, als bei der Mobilithek und man kann öffentliche Datensätze ohne Abonnement herunterladen. Scooter-Daten werden auf der Mobidrom Datenplattform per Direktdownload und per API-Abruf angeboten. Die nötigen Informationen, findet man auf der Seite des entsprechenden Datenangebots. Über die Mobdriom Datenplattform können zudem Daten in die Mobilithek importiert oder exportiert werden. Der Datenkatalog basiert auf CKAN.
Komplexität:
Die Mobidrom Datenplattform ist insgesamt einfacher zu bedienen als die Mobilithek. Damit ist die Mobidrom Datenplattform auch für Nutzende mit geringer IT-Erfahrung geeignet.
Links:
Mobidrom Datenplattform: Datenkatalog - Mobidrom Datenplattform
FAQ: FAQ - Mobidrom Datenplattform
MobiData BW:
MobiData BW ist eine Landesplattform für Mobilitätsdaten aus Baden-Württemberg. Verkehrsdaten aus BW können hier per Download oder API-Abruf ohne Abonnement heruntergeladen werden. Viele Datensätze werden direkt visuell im Browser dargestellt, wodurch man MobiData BW auch verwenden kann, um sich einen schnellen Überblick über spezifische Verkehrsdaten zu verschaffen. Der Datenkatalog basiert auf CKAN.
Komplexität:
Wie auch bei der Mobidrom Datenplattform, ist MobiData BW sehr einfach zu bedienen. Von den genannten Plattformen ist MobiData BW die benutzerfreundlichste.
Links:
MobiData BW: MobiData BW®
FAQ: FAQ - Häufig gestellte Fragen - MobiData BW®
Open Data-Portale
Oft besitzen Kommunen eigene Open Data-Portale, über welche eine Vielzahl verschiedener Daten bereitgestellt sind. Neben Bevölkerungs- oder Gesundheitsdaten, können über kommunale Open Data-Portale in der Regel auch Mobilitätsdaten heruntergeladen werden. Je nach Kommune kann die Qualität der bereitgestellten Daten stark variieren. Die entsprechenden Open Data-Portale findet man meist, indem man im Browser nach „Open Data Portal [Stadtname]“ sucht.
Komplexität:
Je nach Portal kann die Komplexität variieren. Wer sich im Umgang mit CKAN auskennt, sollte mit keinem der Open Data-Portale Schwierigkeiten haben.
Links zu ein paar Beispielen:
Open Data-Portal der Stadt Düsseldorf: Open Data Düsseldorf
Open Data-Portal der Stadt Krefeld: Open Data-Portal Stadt Krefeld
Open Data-Portal der Stadt Heilbronn: Offene Daten Heilbronn
Scooter-Daten
Mobilitätsdaten von E-Scootern werden durch die Sharinganbieter selbst erhoben und können durch die Anbieter bereitgestellt werden. Die Bereitstellung der Daten muss vertraglich zwischen Kommune und Sharinganbieter geregelt werden.
Komplexität:
-
Links:
-
Sensorik für die Verkehrsmessung
An neuralgischen Punkten innerhalb der Stadt kann es sinnvoll sein, temporär oder dauerhaft Mobilitätsdaten von E-Scootern mittels Sensorik zu erfassen. Mittlerweile gibt es einige moderne Kamerasysteme, die mit KI den Verkehr überwachen können. Dabei werden personenbezogene Daten nur zwecks Anonymisierung in der Kamera verarbeitet. Neben der reinen Erfassung und Klassifizierung von Verkehrsteilnehmern bieten KI-Kamerasysteme zudem Möglichkeiten kritische Verkehrssituationen und Unfälle zu erfassen. So können beispielsweise Auswertungen zu der Gefährdungslage von E-Scootern im Straßenverkehr durchgeführt werden.
Nachfolgend sind ein zwei Beispiele für solche Systeme aufgelistet:
- Mobility Analyser von der Bernard Gruppe
- Yutraffic awareAI
Software-Tools
Umfrage-Tools
Initial kann es für Kommunen sehr hilfreich sein, den Bedarf an geteilter Mobilität zu erfassen. Dazu sind vor allem webbasierte Umfrage-Tools geeignet. Mit diesen Tools kann mit wenig Entwicklungsaufwand eine Umfrage erstellt werden, die über Links und QR-Codes einfach unter der Zielgruppe verbreitet werden kann. Nachfolgend sind einige Anbieter aufgelistet, über die eine solche Umfrage erstellt werden kann:
Dashboards
Dashboards dienen der Visualisierung von Metriken und Log-Dateien, um wichtige Informationen auf einen Blick erfassen zu können. Zum Beispiel könnten in einem Dashboard Statistiken zur Scooter-Nutzung (aktive Scooter, Gesamtzahl Fahrten in einem Zeitraum, etc.) oder Heatmaps dargestellt werden.
Bekannte Open Source Dashboard-Tools sind z.B. Grafana (Grafana), Kibana (Kibana) oder OpenSearch Dashboards (OpenSearch Dashboards). Die Open Source Varianten können kostenlos verwendet werden, sind aber in der Installation aufwändig. Die Installation setzt Kenntnisse in der Software-Entwicklung voraus. Alternativ sind viele Open Source Anwendung als Enterprise Variante erhältlich und werden gegen eine Gebühr durch den Hersteller gehostet und als fertiges Produkt bereitgestellt.
Eine Dashboard-Lösung ist vor allem dann sinnvoll, wenn bereits eine Datengrundlage vorhanden ist und diese überwacht werden soll.
Mobilitäts-Tools
Es gibt viele Tools, die auf die Auswertung von Mobilitätsdaten zugeschnitten sind. Diese bieten neben Dashboards und Statistiken häufig zusätzliche Funktionen, die für die Planung von Shared Mobility Angeboten nützlich sind. Zu diesen Tools gehören beispielsweise Vianova (Vianova), Mobivey (Mobivey) oder ArcGIS (ArcGIS Online). Je nach Anwendung ist die Verwendung unterschiedlich komplex.
